Das war ja der blanke Wahnsinn!

Wie seid ihr damit zurechtgekommen? Ihr wisst schon, was ich meine. Silvester, Neujahr etc.

Das war eine Nacht: Silvester 2016. Und dann erst das Neujahr 2017!

Alles war perfekt. Wir hatten liebe Freunde zu Besuch, es herrschte eine gute Stimmung, das Essen war lecker, (der Butler war zwar etwas ungeschickt, aber … he nu.) und der Gesprächsstoff ging nicht aus.

Aber dann, kurz vor Mitternacht: Wir standen alle auf der Terrasse, umrandet von romantisch flimmernden Fackeln, dick eingepackt in unsere warmen Winterjacken. Die Kirchenglocken läuteten das alte Jahr aus. Die Gläser für den Schämpis waren parat, die Folie um den Korken gelöst … dann wurde es still. Die Kirchenglocken verstummten. Gespannt warteten wir auf den Beginn des Mitternachts-Schlagens.

Dann begann er: der blanke Wahnsinn!

Eins … zwei … drei … Alle hauchten sanfte Nebelwölkchen aus den Mündern, man hätte denken können, man stände vor einem Restaurant, dass keine Raucherecke eingerichtet hätte und deswegen alle Glimmstengelsüchtigen im Freien ihren Drang zurechtweisen mussten, und das, obwohl niemand in dieser Gesellschaft Raucher war. Vier … fünf … sechs … Die Gläser mit den alkoholfreien Getränken wurden schon mal eingeschenkt. Sieben … acht … neun … ich beiße nervös auf meinen Lippen herum, abwechslungsweise, mal unten, mal oben, wie mein liebes zweites Ich, Klärli Trüebblick, wenn sie ihr Gebiss am Gaumen stabilisieren muss. Zehn … elf … zwölf. Der Korken jagt mit voller Wucht in die eiskalte Winternacht und ward nie mehr gesehen.

Zuerst bleibt mein Mund vor Schreck offen. Ich vergesse zu atmen. Mein Blick wandert  mit voller Lunge zu meinen lieben Ehemann. „Du bist zu früh!“,  kläffe ich ihn an. Alle um mich stimmen mir nickend zu. Auch Urs hält geschockt inne. „Mist, ja … äh …“„Jetzt sprechen wir schon seit mindestens drei Wochen darüber, dass die Silvesternacht eine Schaltsekunde kriegt“, fauche ich, „und was macht der Herr?“, ich gebe zu, ich war aufs Höchste echauffiert, „er ignoriert sie einfach! Er ignoriert sie!“ Verdattert halte ich ihm mein leeres Glas entgegen. „Eine Schaltsekunde“, murmle ich und starre auf das schäumende Gebräu, wie es sich aufbauscht und dann sieglos in sich zusammenfällt. Visionierend schaue ich in die Zukunft: „Wir werden nun alles immer eine Sekunde zu früh machen. Am Morgen Aufstehen zum Beispiel! Schlimm! Znüni nä, Zmittag ässä, Znacht inefuge, bei Terminen, abends vor dem TV-Kasten zu früh einschalten. Jetzt stell Dir mal vor, ich backe einen Kuchen und der kommt dann zu früh raus!“

Doch dann schaue ich auf den Jüngsten in unserer Runde. Bald drei Jahre ist er alt und ein blonder Wirbelwind. Ihn berührt das alles nicht. Er genießt das Zusammensein mit seinen Eltern und den Gästen. Dann vollbrachte mein Ich eine Wandlung. Sofort wusste ich, was ich mit dieser eine Extra-Sekunde mache. „Ich verbringe sie mit meinen Lieben.“
Diese mickrige Sekunde war noch nicht vorbei, da wünschte ich mir noch unendliche solche Augenblicke herbei.

Wir von Ursus-Musik wünschen Euch allen viele solcher Momente, voller Freude, mit einer Portion schelmischem Humor, mit weiterbringenden Einsichten, mit Leichtigkeit und mit vielen Augenblicken voller unausgesprochener, aber ersichtlich und intensiv spürbarer Liebe.

Urs und Karin Liechti

Unser kauziger Butler

4 Gedanken zu „Das war ja der blanke Wahnsinn!“

  1. Der blanke Wahnsinn; im wahrsten Sinne des Wortes.
    Da ist nämlich nicht eine Sekunde eingeschoben worden, das wurde falsch kommuniziert. Vielmehr ist es erstmals seit Jahrtausenden gelungen, für eine Sekunde lang die Zeit anzuhalten. Das gelang noch nie, auch wenn es von unzähligen Liebespaaren schon gewünscht worden ist. Jetzt wurde mit dieser einen Sekunde sozusagen der Anfang gemacht. In Zukunft soll die Zeitspanne beliebig ausgedehnt werden können. Neueste Studien versprechen sogar, dass das Anhalten der Zeit auch auf dem privaten Bereich möglich werde. Schaumer mal. Vorerscht es Guets Nois.
    Lüthi Alex.

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