Ich und die Ländermusik – Gedanken zum neuen Jahr 2017

Ich wünsche mir nicht nur einen guten Rutsch für Dich, sondern ein glückliches und zufriedenes Lachen an jedem einzelnen Tag im 2017 etc.

Der vergangene Weltuntergang am 21.12.2012 hat es uns gezeigt: Oft sind Turbulenzen, Unruhen und Aufruhr die Vorreiter eines Neubeginns oder eines Umbruchs.

Okay, die Meisten haben es bemerkt: Die Welt ist nicht untergegangen! Noch nicht! Im Moment zischt die Erde noch auf ihrer gewohnten Bahn um die Sonne. Die Sonne, die weitaus mehr Gefahren verbirgt, als der Mensch es sich überhaupt vorstellen kann. Trotzdem verehren wir sie, die Sonne. Wir warten sehnlichst auf sie; vor allem bei Regen und Nebel und wir lieben sie für die Wärme, für das Leben und das Vitamin D3, das sie uns spendet.

Was das mit unserer Ländlermusik zu tun hat? Nun, wenn wir die Ansicht milliardenfach verkleinern und uns dem Brimborium um Führung, Arbeitsverteilung, Vorwürfen oder dem einen oder anderen Kopfschütteln zum Verständnis von Musik oder Traditionen zuwenden, erkennen wir genau das oben beschriebene Szenario wieder. Wir Menschen haben keine Chance, wenn es um die Sonne geht. Da nutzt alles Gemeinsame, alles Zusammenhalten nichts. Und es nutzt auch nichts, wenn man sämtliche geschmiedete, und mit Computerchips versehene Atomwaffen, an einen Haufen legt und auf die Sonne abschießt; sobald diese denn beschlossen hat, ihre Waffen abzuschmettern – denn wir bekämpfen uns in jedem Fall selber.

Volksmusik und die Selbstbekämpfung. Es ist wie ein zähflüssiger Zuckerschleim, der zu Beginn süß schmeckt, sich aber im Körper zu Gift umwandeln kann. Mit der Betonung auf «kann». Es gibt nämlich doch noch einen wichtigen, nicht zu unterschätzenden Unterschied zur Sonne: Im Bereich der Volksmusik geht es nicht ums Überleben der Erde.

Hm, das bedeutet etwas Wunderschönes, etwas Grosses, etwas, das mir eine hoffnungsvolle Gänsehaut beschert. Es bedeutet: Wir haben eine Chance!

Es hat Sinn, zusammenzukommen und für etwas einzustehen, solange die Sonne uns wärmt und unsere Nahrung gedeihen lässt. Zusammenzustehen für die Ländermusik zum Beispiel. Am selben Karren ziehen für die Ländlermusik. Vielleicht sogar zusammen an etwas Neuem arbeiten? Es zumindest versuchen? Und nicht gleich ab Beginn weg abblocken, nur weil es nicht der Tradition entspricht? Da entstehen Fragen über Fragen. Was und warum ist Tradition, was ist Ländlermusik, was ist der wahre Wert von Pi? Warum sind nicht alle einer Meinung?

Ich habe es schon längst aufgegeben, mit Erwartungen in ein neues Jahr zu starten. Ich mache – und das in meinem Tempo. Das Einzige, was ich dazu brauche, ist die Veränderung, sonst wird mir langweilig. Und für diese Veränderung bin ich, was mein eigenes Leben betrifft, nun mal ganz alleine verantwortlich. Nein, das Alte hat keinesfalls ausgedient. Gerade deswegen, weil es erst kürzlich auch neu war. Es ergänzt sich immer am Fortschritt. Und dieser ist nun mal nicht aufzuhalten. Sonst würde unsere Kommunikation nämlich immer noch in Rauchzeichen ablaufen und die Musik aus hervorgewürgten «Ugh-Lauten» bestehen. Schade, dass viele Veränderungen oft mit Schmerz verbunden sind. Aber wer sagt, dass Qual und Pein obligatorisch sein müssen? Könnte es nicht auch in Fröhlichkeit, Humor und Leichtigkeit passieren?

Ich wünsche allen einen wundervollen Neuanfang. Die Erde hat uns noch. Für sie ist es den Aufwand eines Fingerschnippens wert, uns von ihr wegzufegen, wenn sie uns dann nicht mehr will.

Der 21.12.2012 ist überstanden! (Ich hoffe es zumindest) Niemand hat etwas Anderes erwartet, oder? Kommt jetzt einfach darauf an, was wir daraus machen. Bekämpfen wir uns, oder ziehen wir gemeinsam am selben Strick? Lassen wir die Vielfalt unserer Musik ihren Freiraum und noch wichtiger: Akzeptieren wir ihn auch, indem wir Ländermusikrichtungen, die uns nicht gefallen (aber anderen) schlicht und einfach respektieren?

Denkt nun jemand, ich sei nicht aktuell, mit dem 21.12.2012 und dem vorausgesagten Weltuntergang? Hm. Veränderungen können erst entstehen, wenn man ihnen Platz und Zeit zum Gedeihen gibt. Ich empfinde die Dynamik von damals heute stärker als jemals zuvor. Mit dem einen, riesengroßen Unterschied. Erkennst Du ihn?;)

© Karin Liechti - alle Rechte vorbehalten

4 Gedanken zu „Ich und die Ländermusik – Gedanken zum neuen Jahr 2017“

  1. Liebe Karin
    so, da hast du uns anschaulich die Sache mit der Volksmusik erklärt, mit Freude und Schmunzeln hab ich’s gelesen,
    Recht hast du alleweil – wir können nichts tun und arbeiten nur gegen die Volksmusik, sobald wir werten, welche denn nun die schönere, echtere, lebendigere, bessere, urchigere, echtere usw. sei.
    Wollen wir uns also bemühen, im neuen Jahr ausser allen musikalischen Stilrichtungen auch unserem jeweiligen Gegenüber Respekt und Achtung zu erweisen. Dann sollte es wohl so ziemlich „gut kommen“.
    Wir wünschen dir und Urs herzlich einen guten Rutsch und danken euch beiden für all die Stunden, welche ihr in mannigfaltiger Art und Weise für die Volksmusik aufwendet durchs Jahr hindurch.
    Mit lieben Grüssen
    Margrit Schnyder und Fritz/Gusti Wüthrich (Thöriger Örgeler)

  2. Hallo liebe Karin
    Gerade oben Deinen Text schmunzelnd gelesen.Auch ich habe schon vielmal festgestellt wie sich Ländlermusik vielfach bekämpft und das tut mir weh. Denn so wie mir Menschen alle einzigartig sind mit unserem Wesen, so ist es doch auch mit der Musik und das ist doch ganz toll. Bei mir selber habe ich festgestellt, dass ich nicht alle Tage gleich auf Musik reagiere und gern höre, da spielt sooo vieles mit, nicht Instrumente, aber meine Stimmung wie ich mich fühle, manchmal brauche ich halt feine leise Töne ums Herz zu erreichen und dann wiederum einen rassigen Fox oder Jazz Stück, damit man voller Freude von Herzen tanzen mitsingen darf.
    Gerade Veränderungen brauchen wir im Leben um weiterzukommen und nicht stehen zu bleiben, sondern lernen zu dürfen. Ja genau wie du schreibst auch wenn es vielfach wehtut, trotzdem ist alles positiv zu begreifen.
    Wunderschön und ein herzlichs danke liebe Karin lieber Urs wie viel Ihr für die Ländlermusik tut und vorallem uneigennützig “ ärdeschööön“
    Von Herzen wünsch ich Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr mit vielen „ärdeschönen“ sonnigen Erlebnissen, guter Gesundheit und Zufriedenheit
    Liebä Gruess: Chrigu Egli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Afiseaza emoticoanele Locco.Ro